Diagnose & Therapie
Radiosynoviorthese (RSO-Behandlung)

Diagnose und Therapie
Mit Hightech und Herz

Die Radiosynoviorthese (RSO) ist seit Jahrzehnten eine etablierte nuklearmedizinische Methode zur Behandlung schmerzhafter, chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen. Bei der Radiosynoviorthese wird die entzündete Gelenkschleimhaut (Synovialis) durch Bestrahlung (Radiatio) mit einer radioaktiven Substanz behandelt (Wiederherstellung = Orthese).


Wann ist eine RSO-Behandlung sinnvoll und wann wird sie nicht durchgeführt?

Unsere Fachärztinnen und Fachärzte für Nuklearmedizin müssen jede RSO-Behandlung individuell für jeden einzelnen Patienten prüfen und entscheiden, ob diese Methode für diesen Patienten geeignet ist und durchgeführt werden kann.

Wann ist eine RSO-Behandlung sinnvoll?

  • bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen wie der Rheumatoiden Arthritis oder der chronischen Polyarthritis
  • bei aktivierter Arthrose
  • bei chronischen Gelenkergussbildungen
  • bei chronischem Reizzustand nach Gelenkimplantation
  • bei villonodulärer Synovialitis

Wann darf eine RSO-Behandlung nicht durchgeführt werden?

  • während der Schwangerschaft / Stillzeit
  • bei bakterieller Gelenkentzündung
  • bei massiver Einblutung in das betroffene Gelenk
  • bei stark fortgeschrittenen Gelenk- und Knochendestruktionen und dadurch entstandenen starken Gelenkinstabilitäten


Welche Gelenke können behandelt werden?

  • Schultergelenk
  • Ellenbogengelenk
  • Handgelenk und kleine Fingergelenke
  • Kniegelenk
  • Sprunggelenk
  • Kleine Fuß- und Zehengelenke
  • Hüftgelenke


Wie wird eine RSO-Behandlung durchgeführt?

Das zu behandelnde Gelenk wird zunächst desinfiziert und mit sterilen Tüchern abgedeckt. Anschließend erfolgt nach einer örtlichen Betäubung eine Punktion des Gelenkes. Sollte hierbei ein Erguss nachweisbar sein, so wird dieser zunächst abpunktiert. Bei Gelenken ohne große Ergussbildung wird die Lage der Punktionnadel kontrolliert, in dem eine geringe Menge Röntgenkonstrastmittel injiziert und danach ein Röntgenbild angefertigt wird.  Anschließend wird die radioaktive Substanz von der Fachärztin oder dem Facharzt für Nuklearmedizin in die Gelenkhöhle gespritzt.
Um zu prüfen, ob sich die radioaktive Substanz im Gelenk optimal verteilt hat, wird je nach radioaktiver Substanz danach ein Szintigramm erstellt.
Nach der Behandlung wird das behandelte Gelenk mittels einer Gipsschiene für 48 Stunden ruhig gestellt.

 


Was muss nach der RSO-Behandlung beachtet werden?

Bitte beachten Sie folgende Hinweise!

Das behandelte Gelenk darf ab dem Tag der Behandlung 48 Stunden nicht belastet werden und muss unbedingt ruhig gestellt sein!

RSO-Behandlung Hüfte-, Knie-, Sprung- und kleinen Fußgelenke

  • Bei Behandlungen am Bein (Hüfte, Knie, Fuß) muss der Patient 48 Stunden strenge Bettruhe einhalten. In den ersten 48 Stunden ist nur der Toilettengang erlaubt.
  • Damit nach der RSO-Behandlung der Hüfte eine Ruhigstellung gewährleistet ist, wird der Patient am Tag der Behandlung für 24 Stunden stationär aufgennommen. Auf Grund der stationären Aufnahme wird die RSO-Behandlung der Hüften insbesondere an unserem Standort für Radiologie und Nuklearmedizin im Marienhaus Klinikum Saarlouis durchgeführt.
  • Zur Vorbeugung gegen Thrombose wird Heparin gespritzt.

RSO-Behandlung der Schulter-, Ellenbogen-, Hand- und kleinen Fingergelenke

  • Für eine RSO-Behandlung an Schulter, Ellenbogen oder Hand sind keine besonderen Vorbeugemaßnahmen erforderlich.

Die behandelten Gelenke sollten Sie anschließend für etwa eine Woche schonen.


Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

  • In seltenen Fällen kann es bei der RSO-Behandlung des Kniegelenkes zu Reizergüssen kommen.
  • In sehr seltenen Fällen Schwellung und Überwärmung des behandelten Gelenkes durch Reaktion des Radionuklids mit dem umliegenden Gewebe.


Physik

Die Reichweite der radioaktiven Substanzen, die für die RSO-Behandlung angewendet werden, ist so gering, dass die Strahlenexposition unbedenklich ist.

Radionuklid Anwendung Reichweite im Gewebe HWZ
Yittrium – 90 Knie 3,6 -11,0 mm 2,7 Tage
Rhenium – 186 Schulter, Ellenbogen, Handgelenk, Hüfte, Sprungglenk 1,2 –  3,7 mm 3,8 Tage
Erbium – 169 Finger, Zehen 0,3 – 1,0 mm 9,4 Tage


Wie gut wirkt die Radiosynoviorthese?

Behandlungserfolg

  • Die Beurteilung des Erfolges der RSO-Behandlung ist auf Grund der langsam einsetzenden Wirkung erst nach 6 Monaten möglich. Die Schmerzen nehmen bei sehr vielen Patienten nach ca. drei Monaten ab.
  • In vielen Fällen kann durch die RSO-Behandlung eine Schmerzfreiheit oder zumindest eine Schmerzlinderung bewirkt werden.
  • Je nach Schweregrad und Art der Erkrankung liegt die Erfolgsquote bei 50 – 70 %.
Die Radiosynoviorthese behandelt nicht die Ursache einer Gelenkschleimhautentzündung, wie z.B. Arthrose, sondern soll Schmerzfreiheit für den Patienten oder zumindest eine Verbesserung der entzündlichen Schmerzsymptomatik erzielen.


Kassenleistung

Die Kosten der RSO-Behandlung werden von den Gesetzlichen und Privaten Krankenkassen übernommen.


Unsere Fachärzte

Unsere Fachärzte für RSO-Behandlung

Dr. med. Eric Gouverneur
Facharzt für Nuklearmedizin

Dr. med. Marie-Christine Taboué
Fachärztin für Nuklearmedizin